...Programm Public Space Creatives for Vienna – Making Spaces

Creatives for Vienna – Making Spaces

blaues Bild mit Schadtlandschaft stilisiert

© Foto: Wirtschaftsagentur Wien

Eine Kooperation mit der Wirtschaftsagentur Wien

Die Wirtschaftsagentur Wien präsentiert auf der Klima Biennale 2026 zehn Projekte, die Freiräume in Wien neu gestalten und beleben. Die Siegerprojekte gingen aus dem Wettbewerb Creatives for Vienna – Making Spaces hervor und wurden von einer Expert*innenjury aus 132 Einreichungen ausgewählt. Sie werdenmit jeweils 15.000 Euro gefördert und bei der Umsetzung unterstützt. Die prämierten Konzepte reichen von der Beschattung öffentlicher Räume bis zu nachbarschaftlichen Mitmachaktionen. Sie zeigen, wie die Wiener Kreativwirtschaft Grätzl belebt und zur Lebensqualität in Wien beiträgt.

Mit Kühle Sache (COAT | conditions atmosphériques d’espaces), Licht für Vielfalt (Dusts Institute), Wiener Würstelstand (friendship.is), Die Anhaltestelle (Klara Jörg, Anna Krumpholz, Elisabeth Ableidinger, Marlene Lübke-Ahrens), Shade Commons (Konstantin Kim, Ekaterina Korchagina, Osvaldo Almendra), STRØM. (Placemaking Austria), Bruno (studiod*luxe), Die Stadt führt sich auf (Social Design Studio in Kooperation mit Burgtheater Wien), (W)hole in One (Tracing Spaces & Team), VIA TANKE (Via-Tanke-Kollektiv)

09.04. –
10.05.26

Künstlerische Positionen

3D model of the project Shade Commons

Shade Commons

Wie können Städte sich an den Klimawandel anpassen und gleichzeitig öffentliche Räume einladender gestalten? Unsere Antwort: Blickt über die Stadt hinaus und betrachtet produktive Landschaften. Gartenbauliche Infrastruktur ist zwar für das städtische Leben unverzichtbar, bleibt jedoch oft unbemerkt. Indem wir die Typologie und Techniken industrieller Schattenhäuser übernehmen, schlagen wir eine neue Strategie für öffentliche Räume vor – eine Strategie, die vor starker Sonneneinstrahlung schützt und gleichzeitig zu Aktivitäten einlädt.

Shade Commons

Nordwestbahnstraße 16
1200 Wien

Bewegungsparcours

Bruno – ein Bewegungsparcours an der U4/U6

Bruno ist täglich geöffnet. Der Bewegungsparcours nutzt vorhandene bauliche Elemente, Bouldersteine und Wiesenflächen und erweitert sie spielerisch mit farbenfrohen grafischen Markierungen und minimalen Interventionen. Direkt an der U4/U6-Station Längenfeldgasse lädt ein öffentlicher Freiraum dazu ein, neu entdeckt, ausprobiert und aktiv genutzt zu werden.

Bruno

Bruno-Pittermann-Platz
1120 Wien

Straßenlaternen

Licht für Vielfalt

Licht für Vielfalt ist eine temporäre lichtbasierte Intervention des Dusts Institute im Rahmen der Klima Biennale Wien 2026. Das Projekt untersucht, wie künstliches Licht urbane Ökosysteme beeinflusst und wie bereits kleine Veränderungen im Lichtdesign die nächtliche Biodiversität unterstützen können. Heute sind die meisten städtischen Räume dauerhaft beleuchtet, was zum globalen Phänomen der Lichtverschmutzung beiträgt. Obwohl künstliche Beleuchtung eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben spielt, kann sie das Verhalten vieler nachtaktiver Arten stören – insbesondere von Insekten wie Nachtfaltern, die stark auf bestimmte Lichtwellenlängen reagieren. Die Intervention findet im Juta-Steier-Park statt, wo bestehende Parkleuchten temporär mit speziell entwickelten optischen Filtern ausgestattet werden. Diese Filter reduzieren jene kurzwelligen Lichtanteile, die Insekten besonders stark anziehen, während gleichzeitig ausreichend Licht für Besucher:innen des Parks erhalten bleibt. Die Installation zeigt, wie subtile und reversible Anpassungen bestehender Beleuchtungsinfrastruktur ökologische Störungen verringern können, ohne die alltägliche Nutzung des öffentlichen Raums zu verändern. Begleitend zur Installation finden abendliche Workshops statt, die Besucher:innen einladen, den Park nach Einbruch der Dunkelheit neu zu erleben. Gemeinsam mit dem Nachtinsekten-Spezialisten Mario Oswald und dem künstlerischen Forscher Adam Hudec beobachten und diskutieren die Teilnehmenden nachtaktive Insekten mithilfe der wissenschaftlichen Methode des Lichtfangs. Indem diese oft übersehenen Arten sichtbar werden, eröffnet das Projekt neue Perspektiven darauf, wie Städte als gemeinsamer Lebensraum für Menschen und andere Lebewesen gestaltet werden können. Durch künstlerische Forschung und öffentliche Beteiligung lädt Licht für Vielfalt dazu ein, die Nacht als ökologischen Raum innerhalb der Stadt neu wahrzunehmen.

Licht für Vielfalt

Jutta-Steier-Park
Leyserstraße 4
1140 Wien

Collage Cross Golf-Parcours

(W)Hole in One. Urban Cross Golf im Pocket Park Nordwest

Auf der Brache des stillgelegten Nordwestbahnhofs wird ein Cross Golf-Parcours mit Objekten aus der Sammlung des Museum Nordwestbahnhof eingerichtet. Zwischen Abschlagstationen und Zielbereichen wird ein Lehrpfad aufgespannt, in dem die ökologischen und baukulturellen Potentiale des Standorts während seiner Transformation in einen neuen Stadtteil auf niederschwellige und spielerische Weise vermittelt werden.


Offen für alle Altersstufen. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Ausgabe von Bällen und Schlägern gegen Kaution. Parallel dazu hat das Museum Nordwestbahnhof geöffnet. Anmeldung empfohlen.
 

(W)Hole in One

Nordwestbahnstraße 16
1200 Wien

Grafik Baden im Kanal

STRØM. - Baden im Kanal

STRØM. - Baden im Kanal erforscht neue Formen urbaner Erholung und nachhaltiger Stadtentwicklung am Wiener Donaukanal. Das Projekt zeigt, wie Gewässer als öffentliche Räume erfahrbar gemacht und klimagerecht gestaltet werden können. Mit partizipativer Gestaltung und temporärer Infrastruktur werden neue Perspektiven für das Baden in der Stadt eröffnet.

STRØM

Nordwestbahnstraße 16
1200 Wien

Tankstelle

VIA TANKE

Über Monate wurde die Arkadentankstelle “Johanna Garage” in Wien-Margareten bei laufendem Betrieb Schauplatz künstlerischer Forschung, wobei sich die Frage auftut: Was geschieht mit einer Tankstelle, bis kein Treibstoff mehr fließt? Zwischen Alltag und Intervention – Tischtennis zwischen Zapfsäulen, Party in der Waschstraße, Autokino in der Werkstatt – entsteht ein sozialer Ort, der das architektonische Erbe fossiler Infrastruktur neu nutzbar macht.

Zur Klima Biennale 2026 finden an vier Wochenenden Veranstaltungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt: Als sozialer Treffpunkt öffnet sich die Diskont-Tankstelle als Spielfläche für das Grätzl. Neben Tischtennis und Tango-Tanz wird ein Ölbohrturm gemeinschaftlich dekonstruiert und in der Waschstraße Karaoke gesungen.

An zwei Veranstaltungstagen beschäftigen wir uns kritisch und alltagsnah mit den Themen nachhaltige Mobilität, Öl, fossile Infrastruktur und demokratische Raumaneignung. Dafür gibt es Diskussionen mit Expert*innen, und unsere lokale Mitfahrer*innenbörse wird präsentiert. Beim Freiluftkino zwischen den Zapfsäulen zeigen wir Kurzfilme zwischen Alltag, Fiktion und Zukunftsvision.

Abschließend wird die Infrastruktur der Tankstelle zum Ausstellungsort, Installationen und Interaktionen setzen sich mit der Praxis des Tankens, der Hegemonie von 
Rohöl(-konzernen), Arbeitswandel und der Nostalgie der motorisierten Freiheit auseinander.

Via Tanke

Tankstelle Johanna-Garage
Johannagasse 28
1050 Wien

Design Haltestelle Bruno-Marek-Allee

Die Anhaltestelle

In Wien treffen Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft, kultureller Prägungen und Lebenswelten aufeinander. Trotz dieser Vielfalt findet im urbanen Raum wenig direkter Austausch statt – Alltagshektik und digitale Kommunikation führen zur gesellschaftlichen Vereinzelung. Das Projekt Anhaltestelle nutzt Straßenbahnhaltestellen als Treffpunkte für Dialog im urbanen Raum und fördert so Austausch im Kleinen – als Basis für das Große – zwischen Stadtbewohner:innen. Modulare Ergänzungen verwandeln drei Haltestellen entlang des O-Wagens von einem Ort zum Warten in einen Ort zum Anhalten. Während der «Anhaltetisch» (Station Bruno-Marek-Allee) Raum zum gemeinsamen Essen, Spielen und Plaudern im Sitzen ermöglicht, lädt die «Anhaltebar» (Radetzkyplatz 2) zu einem Plausch im Stehen ein. Die «Anhaltebank» (Station Troststraße) fördert dank ihrer runden Form den Austausch in Gruppen. Ergänzend visualisieren «Wiener Klimatücher» das jeweilige Mikroklima vor Ort und machen Klimabedingungen im Alltag nicht nur spür-, sondern auch sichtbar. Über die räumlichen Interventionen hinaus werden die Haltestellen im Verlauf der Klimabiennale unterschiedlich bespielt. Ein begleitendes Rahmenprogramm greift die Themen Essen, Tauschen und soziale Interaktion auf und schafft Anlässe für Austausch. Während der gesamten Klimabiennale stehen die neuen Infrastrukturen lokalen Akteur:innen zur Nutzung offen. So entstehen niederschwellige Räume für Begegnung, Dialog und Klima-Bewusstsein – im Vorübergehen, ohne Zwang, mitten in der Stadt.

 

An drei Haltestellen entlang des O-Wagens: Station Bruno-Marek-Allee, Radetzkyplatz 2 & Troststraße

Die Anhaltestelle (a)

Bruno-Marek-Allee
Haltestelle der Linie O
1020 Wien

Design Brunnen

Kühle Sache

Im Hinblick auf die zunehmende Überhitzung Wiens in den Sommermonaten, sowie urbaner Räume generell, zeigt die temporäre Installation Kühle Sache an einer innerstädtischen Hitzestelle neue Umgangsweisen mit bestehender blauer Infrastruktur auf, um deren Potential zur adiabatischen Kühlung der unmittelbaren Umgebung zu aktivieren sowie zu potenzieren. Im Speziellen widmet sich Kühle Sache dem unter Denkmalschutz stehendem Tiertränkerbrunnen am Johanna-Dohnal-Platz im 6. Bezirk Mariahilf und vergrößert dessen bestehende kühlende Wasserfläche von ca. 3.0m² auf ca. 11.8m². Die aus einem wasserführenden Becken bestehende Installation wird schräg über dem mittleren Brunnenbecken platziert, sodass ein Wasserstrahl des Brunnens aus einem der Löwenmäuler in das Becken der Installation trifft und eine großzügige kühlende Wasserfläche schafft; anschließend läuft das Wasser durch einen Überlauf in den Brunnen zurück und integriert sich damit vollständig in den bestehenden Brunnenwasserkreislauf. Der Tiertränkerbrunnen umfasst Wasserbecken auf drei unterschiedlichen Höhen: das unterste Becken für Hunde, das mittlere für Pferde, das oberste für Vögel; er steht sinnbildhaft für das inklusives Zusammenleben verschiedener (auch tierischer) Teilnehmer im Stadtraum. Inspiriert davon bringt das Projekt durch das Addieren eines weiteren Wasserbeckens auch Menschen wieder näher an die kühlende Wasserfläche. Lose im wasserführenden Becken platzierte Fliesen bilden zudem eine Tischoberfläche aus, welche mitsamt Hockern  als temporärer Ort für Interaktion sowie vielerlei Aktivitäten unmittelbar an der kühlen Wasserfläche dient und somit den Brunnen als Gemeinschaftsraum aktiviert.

Kühle Sache

Johanna-Dohnal-Platz
1060

Burgtheater KI Bild

Die Stadt führt sich auf

Das Burgtheater aktiviert seinen Außenraum neu. Ausgewählte Fassadenbereiche und Freiflächen öffnen sich für eine breite Stadtbevölkerung, die sich für das Theater im und um das Gebäude interessiert und konsumfreie, erfrischende und angenehm gestaltete Orte sucht.
Gemeinsam mit Social Design@Angewandte und WIENER TIMES entsteht ein Projekt, das sich konsequent an nachhaltigen Prinzipien orientiert: Bestehende Materialien und Ressourcen des Burgtheaters werden erhoben und – wo sinnvoll und möglich – wiederverwendet oder weitergedacht. Ziel ist es vorhandene, aber nicht mehr genutzte Materialien und Bühnenteile aufzuwerten und in neuer Form einzusetzen.
Das Projekt versteht sich als temporäres Experiment, es will dem Bestand keinen neuen hinzufügen. Vielmehr entsteht ein provisorisches Stadtmobiliar, das auch – Wind und Wetter ausgesetzt – vertrocknen, weiterwachsen oder endgültig kompostieren kann. Öffentlich genutzter Raum wird nicht weiter verknappt, wird nicht kommerzialisiert, sondern schafft Platz für eine Nutzung, ohne Vorgabe, ohne Programm.

Die Stadt führt sich auf

Burgtheater Wien
Universitätsring 2
1010 Wien

Würstelstand in Grube

HOT BOX BUILDING Wiener Würstelstand – Eine Versuchsanordnung

Das HOT BOX BUILDING – eine experimentelle Weiterentwicklung des Wiener Würstelstand, das im Rahmen der Klima Biennale Wien 2026 als Zukunftslabor entsteht. In zwei unterschiedlichen Inszenierungen findet sich das HOT BOX BUILDING vor dem Funkhaus wieder: 

 

13. & 14 April 

Blame me, bby 

Bei kalten Drinks und hitziger Atmosphäre präsentieren sieben junge Positionen aus Design und Kunst eine Serie spiegelnder Kleinobjekte. Zwischen Reflexion und Inszenierung entfaltet sich ein Denkraum. Wer trägt Verantwortung in der Klimakrise? Wie verteilt sich Schuld in einem System, das uns alle einschließt? Eine Einladung hinter den Spiegel zu schauen – ein Diskurs zwischen Selbstbetrachtung, Schuldverschiebung und gemeinsamer Verantwortung. 

 

24. & 25. April 

HOT BOX ON AIR 

Eine Funkbox vor dem Funkhaus, eine Hommage an das, was dort einmal war! Für 30 Stunden poppt HOT BOX ON AIR als Treffpunkt und Sendestation auf. LIVE vor Ort und ON AIR entsteht ein hybrider Ort mit kulinarischen Interventionen, Workshops, Gesprächen, Performances. Es geht um das Zusammenkommen und das gemeinsam Weiterdenken! Um den Würstelstand und um Demokratie, es geht um das Gastgeben; und um das Klima – kurz gesagt: es geht um die Wurscht! 

 

Das HOT BOX BUILDING wurde im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 konzipiert. Das Konzept Wiener Würstelstand – Eine Versuchsanordnung – nach einer Idee von Clemens Bauder, friendship.is und Letitia Lehner.

Wiener Würstelstand

Argentinierstraße 30B
1040 Wien

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